Allgemein Miss Parker

Miss Parker schreibt ein Buch

Es gibt eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird, wenn ich mit jemandem darüber spreche, dass ich Bücher bzw. Krimis schreibe: „Wie machst du das?“

Es gibt eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird, wenn ich mit jemandem darüber spreche, dass ich Bücher bzw. Krimis schreibe: „Wie machst du das?“

Gute Frage, nächste Frage. Ich weiß, dass es viele Autoren gibt, die „plotten“, also ihr Buch durchplanen, sich Handlungsstränge und Protagonisten im Vorfeld überlegen und im Prinzip am Schluss nur noch die Kapitel ausformulieren müssen. So bin ich nicht.

Wer in unser Haus kommt, der ist meistens irgendetwas zwischen beeindruckt und/oder erschlagen, wie ordentlich es ist. Alles steht an seinem Platz, die Küche ist immer aufgeräumt, dreckiges Geschirr wird sofort in die Spülmaschine geräumt und „Döneken“, auch Krimskrams genannt, sind mir ein Gräuel. Meine Kinder hassen mich dafür, denn natürlich verfolge ich sie – in ihren Augen – wie der Teufel die arme Seele, wenn sie mal irgendwas rumliegen lassen, was Kinder ja ganz gerne tun.

Und ausgerechnet jemand wie ich, der personifizierte Ordnungsfreak, macht sich keinen Plan, wenn er beginnt, ein neues Buch zu schreiben? Nö. Macht die Miss Parker nicht. Die hat eine Idee und schreibt dann einfach drauf los.

Ohne zu viel zu verraten, kann ich zum Beispiel sagen, dass in meinem ersten Berlin Krimi der Tod durch eine Überdosis Insulin am Anfang eine Rolle spielt. Die Frage, wie einfach man einen Menschen mit Insulin umbringen könnte, hat mich aus einem ganz anderen, sehr privaten Grund interessiert. Meine jüngere Tochter hat mit vier Jahren Diabetes Typ 1 bekommen und besonders zu Beginn ihrer Erkrankung, als das alles ganz neu und angsteinflößend für uns war, war meine größte Sorge, ihr irgendwann mal viel zu viel Insulin zu spritzen. Also habe ich gegoogelt, ob und wie das überhaupt möglich ist, jemand mit Insulin zu töten. Schnell bin ich darauf gestoßen, dass Insulin früher sogar als die perfekte Mordwaffe gegolten hat – einen Diabetiker versehentlich umzubringen, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Mehr wird jetzt aber nicht verraten, nur noch so viel, basierend auf dieser Grundidee habe ich begonnen, „Sühnekind“ zu schreiben und wer das Buch kennt, der weiß, dass die Geschichte noch sehr viele Wendungen nimmt. Wendungen, von denen ich zu Beginn selber keine Ahnung hatte, dass es sie geben würde.

Derzeit schreibe ich den siebten Berlin Krimi und die Grundidee für die Geschichte hing eines Tages im Grunewald am Wegesrand als ich mit Hund Holly dort spazieren ging (ein Foto gibt es hier) – ich bin selber schon gespannt, was sich daraus noch so entwickeln wird.

3 Kommentare zu “Miss Parker schreibt ein Buch

  1. Heute bin ich zum ersten Mal auf Ihren Blog gestoßen und muss sagen, es beeindruckt mich sehr, wie anspruchsvoll und aufwändig er gemacht ist. Aber dies nur vorweg.

    Es ist sehr interessant für mich, wie viele Krimis Sie schon ohne zu plotten geschrieben haben. Gerade bei einem Krimi stelle ich mir das besonders gefährlich vor, weil Spannung eigentlich gut vorbereitet werden muss. Ohne Plotten bedeutet das, sehr viel im Hinterkopf haben zu müssen, je weiter der Roman fortgeschritten ist, oder nicht?
    Welchen Ihrer Krimis würden Sie denn als besonders typisch oder besonders gelungen empfehlen? Welcher ist ihr liebster Roman?

    Liebe Grüße
    Rolf Mueller

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  2. Heute bin ich zum ersten Mal auf Ihren Blog gestoßen und muss sagen, es beeindruckt mich sehr, wie anspruchsvoll und aufwändig er gemacht ist. Aber dies nur vorweg.

    Es ist sehr interessant für mich, wie viele Krimis Sie schon ohne zu plotten geschrieben haben. Gerade bei einem Krimi stelle ich mir das besonders gefährlich vor, weil Spannung eigentlich gut vorbereitet werden muss. Ohne Plotten bedeutet das, sehr viel im Hinterkopf haben zu müssen, je weiter der Roman fortgeschritten ist, oder nicht?
    Welchen Ihrer Krimis würden Sie denn als besonders typisch oder besonders gelungen empfehlen? Welcher ist ihr liebster Roman?

    Liebe Grüße
    Rolf Mueller

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    • Hallo Herr Müller, schön, dass Sie meinen Blog gefunden haben und er Ihnen gefällt. Das mit dem viel im Hinterkopf haben beim Schreiben trifft es ganz genau. Das große und ganze habe ich immer gut im Kopf, während sich die Geschichte in ungeahnte Richtungen weiterentwickelt. Ein paar ach so grandiose Details, die ich mir habe einfallen lassen und aufgeschrieben habe, vergesse ich aber tatsächlich manchmal, muss ich gestehen…;-). Daher habe ich es mir zu Angewohnheit gemacht, ungefähr alle 30 bis 40 Normseiten nochmal zu lesen, was ich bis dahin „verbrochen“ habe, damit die Geschichte rund wird. Bislang scheint das gut geklappt zu haben, zumindest habe ich noch keine Kritik bekommen, dass es irgendwo offene Enden gibt oder die Geschichte nicht aufgeht.

      Jeder Roman hat eine komplett neue Grundidee, daher würde ich nicht sagen, dass es einen typischen Berlin Krimi gibt. Bis auf die gleichbleibenden Ermittler ist jedes Buch komplett anders. Und der liebste Krimi ist immer der, den ich gerade schreibe, weil ich dann wieder mit meinen Ermittlern lebe, sehr viel recherchiere und voll im Thema drin bin! Beste Grüße, Caroline Parker

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